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Do., 29. Okt. 2026
EilmeldungKonjunktur

Britischer Haushalt verdoppelt Bankenzuschlag auf 6 %, OBR sieht 15 Mrd. Pfund Spielraum

Die Anhebung gilt vom 1. Januar 2027 bis zum 31. März 2028. Die OBR erwartet daraus insgesamt 1,5 Mrd. Pfund über diese 15 Monate, nicht pro Jahr. Auch die Steuer auf Spar- und Immobilieneinkünfte steigt.

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Britische Banken zahlen 15 Monate lang einen Zuschlag von 6 % auf Gewinne oberhalb eines Freibetrags von 100 Mio. Pfund. Das sieht der Haushalt vor, den Schatzkanzler John Healey am 28. Oktober 2026 um 12:32 Uhr britischer Zeit (13:32 Uhr MEZ) im Unterhaus vorzustellen begann. Der Satz von derzeit 3 % steigt am 1. Januar 2027 und sinkt ab dem 1. April 2028 wieder auf 3 %, wie die Steuerbehörde HM Revenue and Customs mitteilt. Laut Regierung soll das Geld Energiehilfen mitfinanzieren, darunter eine Household Energy Payment von 2,6 Mrd. Pfund: Ab Januar 2027 erhalten bis zu 20 Millionen englische Haushalte in den Council-Tax-Bändern A bis D je 100 Pfund; die Summe umfasst auch Mittel für die Regionalregierungen von Schottland, Wales und Nordirland.

Das Wichtigste
  • Satz des Bankenzuschlags, 1. Jan. 2027 bis 31. März 2028 · Angekündigt am 28. Oktober 20266 % Zuvor 3 %; ab 1. April 2028 wieder 3 %
  • Geschätztes Aufkommen laut OBR, insgesamt über 15 Monate · OBR-Prognose vom 28. Oktober 20261,5 Mrd. GBP Abzüglich geschätzt 190 Mio. GBP durch Gewinnverlagerung
  • Spielraum gegenüber der Fiskalregel, 2029/30 · OBR-Prognose vom 28. Oktober 202615 Mrd. GBP 7 Mrd. GBP weniger als beim Haushalt 2025
  • Prognose Verbraucherpreisinflation, 2027 · OBR-Prognose vom 28. Oktober 20263,4 % 2 % in der Prognose vom März 2026
  • Steuersätze auf Spar- und Immobilieneinkünfte ab April 2027 · Angekündigt am 28. Oktober 202624 / 44 / 49 % Weitere 2 Punkte zusätzlich zum Haushalt 2025
Die Regel

Befristete Anhebung des Bankenzuschlags Aufsicht: HM Revenue and Customs

Was sich ändert

  • Zuschlagssatz steigt am 1. Januar 2027 von 3 % auf 6 %
  • Satz sinkt ab 1. April 2028 wieder auf 3 %
  • Gesetzgebung folgt im Finance Bill 2026-27

Wer betroffen ist

  • Banken, die der britischen Körperschaftsteuer unterliegen
  • Bausparkassen (Building Societies)
Gilt ab

Healey sagte im Unterhaus: „… Banken zahlen 3 % mehr Bankenzuschlag. Das ist befristet, um sofortige Hilfen bei den Energierechnungen zu bezahlen, beginnend im Januar und endend 15 Monate später.“ Die unabhängige Haushaltsaufsicht Office for Budget Responsibility (OBR), deren Wirtschafts- und Haushaltsausblick am selben Tag um 14:00 Uhr britischer Zeit (15:00 Uhr MEZ) online ging, schätzt das Aufkommen aus der Anhebung über die 15 Monate auf 1,5 Mrd. Pfund. Davon sind geschätzte Mindereinnahmen von 190 Mio. Pfund bereits abgezogen, weil die OBR annimmt, dass einige Banken Gewinne aus Großbritannien verlagern; wie groß dieser Effekt ist, sei unsicher.

Sparen, Immobilien und weniger Spielraum

Schon der Haushalt 2025 hatte für April 2027 eine Anhebung der Einkommensteuer auf Spar- und Immobilieneinkünfte um 2 Punkte festgelegt. Dieser Haushalt legt ab demselben Datum weitere 2 Punkte drauf; der Eingangs-, der höhere und der Spitzensatz steigen damit auf 24 %, 44 % und 49 %, so die OBR. Sie erwartet aus den zusätzlichen Erhöhungen im Schnitt ab 2028/29 jährlich 0,6 Mrd. Pfund bei Spareinkünften und 0,4 Mrd. Pfund bei Immobilieneinkünften. Die Obergrenze für Cash-ISAs, steuerfreie Sparkonten, bleibt laut Healey bei 20.000 Pfund im Jahr.

In ihrer zentralen Prognose führt die OBR die höhere Inflationserwartung auf den Anstieg der Energiepreise seit ihrer Prognose vom März 2026 zurück: Die Verbraucherpreisinflation soll 2027 bei 3,4 % liegen nach 2 % in der März-Prognose und bis 2028 auf 2 % zurückgehen, sofern die Energiepreise dann wie von den Marktpreisen impliziert sinken. Der direkte Effekt politischer Entscheidungen seit März, einschließlich dieses Haushalts, erhöht die Kreditaufnahme 2026/27 laut OBR um 8 Mrd. Pfund. Den Spielraum, mit dem der laufende Haushalt die Fiskalregel eines Überschusses 2029/30 erfüllt, beziffert sie auf 15 Mrd. Pfund, 7 Mrd. Pfund weniger als bei der letzten formalen Bewertung zum Haushalt 2025; die Wahrscheinlichkeit, die Regel einzuhalten, liegt bei 56 %.

Die OBR bezeichnete ihre Spielräume gegenüber den Fiskalzielen angesichts der Unsicherheit jeder mittelfristigen Prognose als sehr gering. Das Unterhaus soll am Ende der Debatte am Dienstag, dem 3. November 2026, über die Haushaltsbeschlüsse abstimmen.